Nach dem Auftakt in München im Juni fand Ende September der zweite Teil der diesjährigen Kooperation zwischen der LMU und der Universität Tokyo (UTokyo) in Japan statt. Im Mittelpunkt des gemeinsamen Projekts „Demography and Democracy: Policy Challenges in Aging Societies“ steht die Frage, wie der demografische Wandel Politik und Demokratie in alternden Gesellschaften verändert.
Geleitet wird das Projekt von Prof. Kenneth Mori McElwain (University of Tokyo) und Prof. Gabriele Vogt (Japan-Zentrum der LMU). Ermöglicht wird die Zusammenarbeit durch eine Förderung im Rahmen des LMU–Tōdai Cooperation in the Sciences Program 2026.
Vom 28. bis 30. September erwartete die Münchner Gruppe ein dichtes Programm in Tokyo, das wissenschaftlichen Austausch mit unmittelbaren Einblicken in Politik und Gesellschaft verband. Dazu gehörten ein Besuch des japanischen Parlaments und des Parlamentsmuseums sowie ein Rundgang durch Tokyos Regierungsviertel. Besonders einprägsam waren die Gespräche mit jungen politisch und gesellschaftlich Engagierten, darunter Mitglieder des Japan Youth Council sowie Nana Takamatsu, Gründerin und Präsidentin der Shōka Sonjuku („School of Laughter“). Im Mittelpunkt stand dabei immer wieder die Frage, wie junge Menschen die japanische Politik und ihre eigenen Möglichkeiten politischer Teilhabe wahrnehmen.
Auch Doktorand:innen spielten eine wichtige Rolle im Programm: sie stellten laufenden Forschungsprojekte vor, diskutierten sie mit den Kolleg:innen in Tokyo und brachten sich aktiv in unsere vielfältigen Austauschmöglichkeiten ein. Hinzu kam eine Einführung in das Social Science Japan Data Archive (SSJDA), eine wichtige Infrastruktur für die empirische sozialwissenschaftliche Japanforschung.
Den Abschluss bildete am 30. September das öffentliche UTokyo × LMU Munich Symposium „Demography and Democracy: Policy Challenges in Aging Societies“. Die Vorträge und Diskussionen zeigten nochmals, wie vielfältig die politischen Folgen des demografischen Wandels sind. Unsere Themen reichten von Arbeit, Familie und Steuerpolitik über veränderte Wähler:innen und die Unterstützung populistischer Parteien bis hin zur zunehmenden Politisierung von Migration. Damit knüpfte das Symposium unmittelbar an zentrale Forschungsfragen an, mit denen sich auch die sozialwissenschaftliche Japanforschung an der LMU beschäftigt.
Ein herzlicher Dank gilt Kenneth Mori McElwain und den zahlreichen Kolleg:innen an der Universität Tokyo, die das abwechslungsreiche Programm ermöglicht und die Münchner Gruppe mit großer Gastfreundschaft empfangen haben: Takeshi Fujitani, Kikuko Nagayoshi, Ayako Kondo, Junko Kato, Shin Arita, Sho Fujihara, Shigeki Uno und Kaori Hayashi.
Von der LMU waren neben Gabriele Vogt auch Laura Seelkopf (Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft), Steffen Heinrich, Antonia Vesting und Sian Qin mit dabei. Gerade die Verbindung von gemeinsamer Forschung, Begegnungen mit Promovierenden sowie Gespräche mit gesellschaftlichen Akteur:innen hat die Kooperation auch bei diesem zweiten Treffen mit Leben gefüllt.
Nach München im Juni und Tokyo im September gibt es nun viele Anknüpfungspunkte für die weitere Zusammenarbeit. Die Kooperation zwischen LMU und UTokyo zu Demografie und Demokratie in alternden Gesellschaften wird daher auch über die beiden Workshops des Jahres 2026 hinaus fortgesetzt und vertieft.
Das Foto zeigt die LMU-Gruppe vor dem japanischen Parlamentsmuseum in Tokyo.