Begegnungen mit Bären in der Nähe von Wohnhäusern sind in Japan zu einem drängenden Problem geworden. Ein möglicher Ausgangspunkt, um die Hintergründe zu verstehen, ist der Kakibaum: In schrumpfenden und alternden Gemeinden tragen einst gepflegte Bäume weiterhin Früchte, auch wenn niemand sie mehr aberntet.
In einem neuen Beitrag für den DIJ-Blog Sustainability in Japan and Beyond fragt Prof. Gabriele Vogt, wie Gemeinden mit solchen Veränderungen umgehen. Anhand von Beispielen aus Kazuno, Sapporo und Toyooka erkundet sie, wer Anzeichen für Bärenaktivität wahrnimmt, wie Beobachtungen weitergegeben werden und wer vorbeugende Maßnahmen umsetzt.
Der Beitrag ist mit der Forschung von Prof. Vogt im Sonderforschungsbereich 1369 „Vigilanzkulturen“ verbunden. Sie schlägt darin vor, die Vorsorge im Umgang mit Bären als ökologisches Bōsai zu betrachten. Bōsai 防災 bezeichnet in Japan die Vorbereitung auf Gefahren und Katastrophen – hier geht es um die Frage, wie Nachbar:innen, zivilgesellschaftliche Gruppen und Behörden gemeinsam auf Veränderungen an der Grenze zwischen Wald und Siedlung reagieren können und welche Rolle dabei der Kultur eines vigilanten Miteinander in Japan zukommt.
Gabriele Vogt (October 14, 2026). Persimmon Trees, Urban Bears and Community Guardians: Rethinking Resilience and Ecological Bōsai in Japan. sustainability https://sustainability.hypotheses.org/3327